Einführung von Mitgliedsbeiträgen (mit Umfrage!)


#34

Provokant zurückgefragt: Einen einzelnen, symbolischen Euro im Jahr (weniger als eine M-Briefsendung) ist Dir das Projekt also nicht wert?

BTW: Ich habe selbst keine stabile Anbindung über das Mesh und steuere seit jeher Uplink über einen Tunnelclient bei.
Ich würde kleine Mitgliedsbeiträge begrüssen, würden sie etwa in Werbung und Lobbying für die Idee freier Netze an sich fliessen.

Laut unserem Schriftführer - den Kassier hab ich noch nicht gefragt - ist Geld kein Problem. Er sieht die mangelnde Freiwilligenarbeit als Problem.

Und bei dieser Aussage mache ich mir meine eigenen Gedanken:
a) Wenn Geld kein Problem ist, warum fördert man nicht noch aktiver den Ausbau des Meshs? Die Zahl der Knoten ist in manchen Bezirken und in Wien eher rückläufig, während NÖ, wo der Verein statutarisch nicht aktiv ist, wächst?
b ) Warum macht man mit dem Geld dann keine Recruiting-Veranstaltungen, um mehr Freiwillige an die Idee heranzuführen?
c) Warum fehlt die Freiwilligenarbeit ausgerechnet beim Housing, wenn bei diesem die Arbeit hauptsächlich anfällt?

Bisher habe ich darauf keine für mich zufriedenstellenden Antworten erhalten. Geredet wurde darüber allerdings viel…

Oft wird bemäkelt, dass vereinsadministrative Tätigkeiten, wie die Datenpflege der Mitglieder- und Teilnehmerlisten, die meines Erachtens Kern der Förderung des freien Netzes, so wie wir es jetzt haben, ist, zu zeitintensiv wären - aber anstellen will man dafür auch Niemanden, und von Mitgliedern angebotene Hilfe wurde bis jetzt abgelehnt - oder so angenommen, dass man mit den bereitgestellten Tools und Daten zu keinem Ergebnis kommen kann.

Solange man an der zentralen Struktur festhält, muss man auch die Organisation dieser Struktur bejahen, was bisher nicht passiert, was irgendwo auch zweispältig ist. Möchte man stattdessen ein wirklich freies und verteiltes Netz ohne Zentralinfrastruktur, wie bei manchen Freifunk-Communities, dann muss man auch alte Zöpfe abschneiden - denn ein Housing für einen zentralen Uplink braucht man dann realistischerweise auch nicht mehr. OLSRv2 würde es möglich machen - nur wie anonym und verteilt wollen wir das am Ende wirklich?

Bis wir bei einem freien Netz angekommen sind, sehe ich den symbolischen Administrationseuro mehr als jährliches Bekenntnis, der Gemeinschaft auch angehören zu wollen. Zugleich erfüllt man damit die Erfordernusse des PPA, das unserem Netz zugrundeliegt: Die Bekanntgabe der für den Betrieb notwendigen aktuellen Kontaktdaten.

Der Beitrag, sollte die GV einen beschließen, sollte auch zweckgebunden dem Mesh zukommen - wie, darüber kann man in einem eigenen Thread diskutieren.

Um in der Generalversammlung über Mitgliedsbeiträge abzustimmen, müsste man allerdings auch Mitglied sein - aber nicht alle Teilnehmer am Funknetz sind auch Mitglieder…

@axel Erkennst Du das Dilemma?

Vielleicht noch ein paar Bilder zur Veranschaulichung -

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Inaktive Knoten…
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Setup Knoten…
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Interessenten…
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Aktive Knoten

(Bildausschnitte: Map data © OpenStreetMap contributors, CC BY-SA, https://www.openstreetmap.org/copyright/de)


#35

Ich finde, dass man bei einem “Freien” Netz keine “Zugangsbeschränkung” (oder zusätzliche Hürde, auch wenn rein Mental) braucht, das passt für mich einfach nicht zusammen. Auch wenn jemand das Netz “nur” als gratis Internetzugang nutz, gönne ich ihm/ihr das (abgesehen davon, das es bei mir nie stabil genug war), meisten wird das schon Gründe haben warum man sich nicht für 15-20€ eine Flatrate mit 20-30Mbit/s zulegt/leisten kann.

Falls ihr aktuelle Daten von Node Betreiber haben wollt, könnte ich mir vorstellen, dass man Jährlich eine eMail aussendet und daran erinnert diese zu aktualisieren sind. Falls das dann nicht geschieht (z.B auf einen Button in der NodeDB klickt - daten Noch aktuell - ) könnte man für die IPs des Nutzers jeglichen Outbound Trafic sperren und nur durch aktualisieren wieder reaktivieren (würde alles sicher vollautomatisch realisierbar sein), oder man könnte sagen das man einmal im Jahr ein Montags Treff besuchen muss etc… . Bei einer Trafic -Sperre würde der Node (für alle Anderen) erhalten bleiben.

Und wie gesagt das Housing könnte man sicher stark ausbauen, und hätte damit eine gute Einnahmequelle. Oder die gewerbliche Nutzung (falls diese überhaubt besteht) des FunkFeuer-Internets “besteuern” oder eben halt ausbauen (siehe FreeWave). etc…

BTW wir haben ca. 200-300 ?Mitglieder? das wären dann bei einem Beitrag von 1€ ca. 200-300€ - in bezahlten Stunden sind das dann ca. 7??. Da stelle ich mir den Aufwand wesentlich größer vor, als den Nutzen… (Ich bin ehrenamtlich bei der Rettung und da wurde uns damals (vor ca. 4 Jahren) erzählt, dass Sie einen Mindestbeitrag von mindestens 5,40€ einheben müssten (weil Verein und Mitglied usw.), Sie heben den Betrag schon alleine deswegen nicht ein, weil die Verwaltungskosten die Einnahmen bei weitem übersteigen würden…)

und man könnte mit Goodies/Belohnungen für aktive Mitarbeitarbeit arbeiten (siehe Google-Maps / Google Local Guide) muss sich halt alles in einem vertretbaren Rahmen bewegen.


#36

Soo, nachdem ich diese Diskussion aktuell angezettelt habe, versuch ich mal wieder auf die vorgebrachten Punkte zu antworten:

ad viele Knoten in Niederösterreich @erich:
Na und? Ich seh das Problem dabei nicht, bzw. finde das eher zur Erforschung und Weiterentwicklung von Übertragungstechniken als nützlich auch längere Links und Knoten in weniger “WLAN-verschmutzten” Gegenden zu haben, um die Unterschiede und deren Auswirkungen zu beforschen können.

ad alternativ Vorschlag Datenaktualisierungsknopf im Redeemer @axel:
Find ich wäre ein guter Kompromiss, auch wenn mir mein Vorschlag weiterhin lieber wäre, weil ich mir auch weiteren / anderen Nutzen davon erhoffe.

ad Ausbau Housing:
Fände ich auch eine gute Idee, dafür wäre es wohl sinnvoll ein Team das sich damit beschäftigt zu suchen und in der nächsten Generalversammlung zu beauftragen und zu bevollmächtigen über ein gewisses Investitionsbudget selbstständig verfügen zu können.

ad soziale Bedürftigkeit:
Ein Beitrag von 1€ / 5€ jährlich wäre im Vergleich zu den Hardwarekosten (aufgeteilt auf geschätzte Nutzungsdauer) so gering, das er kaum ins Gewicht fallen würde. Also wenn sich jemand die Hardware (und dessen Montage am Dach) leisten kann, glaube ich nicht dass eine Mitglieds. Wenn ein (anderes) Mitglied des Vereins jemanden sozial bedürftigen einen Knoten sponsern will, Kann dieses den Knoten auch einfach über sein eigenes Mitgliedskonto laufen lassen, wodurch keine Mitgliedsbeiträge für die sozial bedürftige Person fällig würden. Außerdem ist der Betrieb eines Funkfeuer Knotens ohnehin bei weitem nicht die günstigste oder beste Möglichkeit eines Internetzugangs für Bedürftige.

ad “Zugangsbeschränkung” eines “freien” Netzes:
Das Argument kann ich nachvollziehen und mach mir auch Gedanken dazu. Wobei müssten wir aus meiner Sicht um diese Vision zu erreichen jegliche zentrale Strukturen minimieren. Eventuell wäre es auch sinnvoll zur Erfüllung dieses Ziels ein getrenntes Netz mit privaten automatisch generierten IP-Adressen aufbauen, welches ohne zentralen Uplinks und zentraler IP-Adressen Verwaltung auskommen würde.

ad finanzieller Nutzen:
@erich und ich haben beide schon gesagt, dass wir uns realistisch gesehen um Beiträgen von 1€ oder auch 5€ pro Mitglied ohnehin nicht viel kaufen könnten. Es geht uns primär um die anderen erhofften Nutzen, allen voran eine bessere weniger chaotische Organisation des Vereins. Für eine gute kompakte Auflistung der Vor-&Nachteile siehe auch den Beitrag #28 von @vchrizz zu diesem Thread. (Danke dafür an @vchrizz!)

Den dafür erforderlichen administrativen Aufwand wäre ich (im Falle dass sich mein Vorschlag durchsetzen würde) bereit zu übernehmen.


#37

Die Zugangsbeschränkung haben wir doch seit jeher: Öffentliche IPs und Redeemer, persönliche Vorstellung.

So gesehen ist Funkfeuer kein freies Netz - Armin Medosch hat uns das einmal in einem aufgebrachten Posting auf der Wien-Liste verdeutlicht - und er hatte damit völlig Recht.

Habe ich die letzten beiden Jahre mit Billigung des Vorstandes getan: Reaktion, da es keine offizielle Aussendung war: null.
IP-Sperren widersprechen dem PPA. Entweder ich biete den Dienst an, oder ich sperre ihn komplett - das ist zulässig.

Das Housing als unentbehrlicher Hilfsbetrieb darf nicht auf Gewinnerzielung ausgelegt sein.

Funknetzteilnehmer oder Vereinsmitglieder? Verein: AFAIK weniger als 100, aber ich habe ja keine Liste…

Darum geht es ja in der Diskussion: Will man eine aktive Gemeinschaft sein, wo jeder jeden kennt, oder möchte man ein anonymes freies Netz? Was wir im Moment haben, ist ein Mischmasch aus beidem, der weder anonym ist, noch frei. In diesem Netz bauen zum Teil Stellvertreter Knoten auf, legen das aber nicht immer offen, was dann meines Erachtens klar dem PPA zuwiderläuft und die Idee eines freien Netzes ad absurdum führt, weil damit die Teilnehmer in Abhängigkeit von einzelnen Personen stehen.

Das PPA, das Funkfeuer ja zugrundeliegt, und Anonymität sind sowieso nicht wirklich miteinander vereinbar.

http://www.picopeer.net/PPA-de.shtml


#38

Ein Problem ist es nur in Hinblick auf die Statuten: § 1 Abs „3. Der Verein erstreckt seine Tätigkeit hauptsächlich auf das Land Wien und Umgebung, sowie durch das Internet auf nationales und internationales Gebiet.“

Was heisst hauptsächlich? Was ist Wien und Umgebung - Pressburg?

Darum geht es - Mitgliedsbeiträge müssen verhältnismäßig sein. Abgeltungen angemessen.

Derzeit muss ein Teilnehmer am Funknetz kein Mitglied im Verein sein. Die einfachste Möglichkeit, keinen Beitrag zu zahlen wäre daher, auch kein Mitglied zu werden. Das wäre aber wenig demokratisch. Nur, wenn ein nichtzahlendes Nicht-Mitglied viel für das Netz macht, wie möchtest Du diesen Beitrag dann vergüten?

Wenn das Netz zudem experimentell und wissenschaftlich ist, ist es als Sozialprodukt ohnehin ungeeignet - das sehen andere im Verein aber anders. In welche Richtung soll es eigentlich gehen?

Siehe voriger Beitrag.

Ich sehe das auch mehr als „Bekenntnis“ des Nutzers und nicht als „Vereinseinkommen“. wären. Hoffen dürfte man im Zuge dessen allenfalls auf freiwillige Spenden, erwarten darf man sie nicht. Aber, wenn Spenden flössen, sollten sie auch eine Zweckwidmung erfahren.

Leitthema für die Diskussion ist bei mir, einen Interessensausgleich anzustoßen:

*) Was erwarte ich als Teilnehmer vom Netz?
*) Was ist mir als Teilnehmer das Netz wert? Was bin ich bereit dafür zu tun?
*) Was erwarte ich als Mitglied (a.o., o., emg.) vom Netz.
*) Was ist mir als Mitglied (a.o., o., emg.) das Netz wert. Was bin ich bereit dafür zu tun?
*) Was erwarte ich mir als Organwalter des Vereins von den Mitgliedern? Was bin ich bereit für den Verein zu tun? Was erwarte ich mir von den im Vereinszweck geförderten freien Netzen? Wie möchte ich diesen Zweck (Förderung) ausgestalten.

Momentaner Knackpunkt ist, dass die Ziele divergieren: Den einen ist das Netz zu instabil, den anderen zu langsam, wieder andere wollen das Netz nicht schnell, sondern nur stabil, der Vorstand sieht die Mankos im Housing, wo freiwillige Mitarbeiter fehlen, Forschung kommt sowieso zu kurz, während eine Gruppe ein anonymes Netz möchte, manche ein pseudonymisiertes Netz, manche ein nachvollziehbares Datum als Grundlage des Zusammenwirkens annehmen. Da das Netz nicht rein technisch-selbstorganisierend ist, wird man diese Probleme nur mit einer sozialen Komponente lösen können. Die Gratis-Mentalität steht dem meines Erachtens diametral entgegen: 1. Da ein Knoten viel kostet, 2. da die Freiwilligen in dieser Konstellation ausgenützt werden und irgendwann überlastet resignieren, 3. da damit für manche Nutzer jeder Anreiz fehlt, in ein flächendeckendes Netz rückzuinvestieren, womit 4. Interessenten auf der Strecke bleiben, die 5. auch potentielle Freiwillige wären, die nun fehlen.


#39

aus: http://www.picopeer.net/PPA-de.shtml

Zusätzliche Dienste: Im Sinne des PPA ist ein Zusätzlicher Dienst alles war über freien Transit hinaus geht. Zum Beispiel die Bereitstellung eines DHCP-Servers, WEB-Servers oder Mail-Servers.

Der Eigentümer ist berechtigt, eine akzeptierbare Benutzungsrichtlinie (use policiy) zu formulieren.

Ich sehe das so:
Das Internet ist ein Zusätzlicher Dienst für den man eine use policiy formulieren darf. - Internet nur wen Daten aktuell. Der freie Transit innerhalb des Netzes ist ja gegeben oder?

Was ist Gewinn? Fängt das bei genug Geld einnehmen, dass ich einen UP-Link bereitstellen kann an und hört bei genug Geld einnehmen, dass man ins Netz investieren/ausbauen/bewerben kann auf? hmmmm…

Das sehe ich auch so.


#40

Schon wieder ein Knackpunkt: für den man eine use policiy formulieren darf. Es tut niemand, weil man sich darauf nicht einigen können wird… Womit die Katze ihren Schwanz jagt.

Gemeinnützigkeit und Gewinn: Kostendeckung darf grundsätzlich nur mit Spenden gegeben sein. Gewinne sind ausnahmsweise möglich, müssen dann aber für ein konkretes Ziel binnen festgelegter Frist verbraucht werden.


#41

ad Niederösterreich:
Also ich sehe hier keinerlei Problem. Wenn Aktivitäten des Vereins in Niederösterreich dank schwammiger Formulierung der Statuten erlaubt sind, und diese dem Vereinszweck helfen, spricht doch nichts dagegen, oder? Und Außerdem ist die Frage ob passives tollerieren von Funkknoten in Niederösterreich ohne diese mit Vereinsmitteln besonders zu fördern überhaupt als Vereinstätigkeit gesehen werden sollte.

ad “freies” Netzwerk und “Zugangsbeschränkungen”:
Ich denke da sind wir (@erich und ich) uns einig.

Entweder diese Idiologie gehört komplett durchgezogen und alle “Zugangsbeschränkungen” müssen entfernt werden. Wobei vor Erreichung dieses Ziels zusätzliche “Zugangsbeschränkungen” in Form von Mitgliedsbeiträgen diesen Prozess eventuell positiv Beeinflussen könnten - denn zentrale Organisation lässt sich nur abbauen wenn diese auch gut organisiert ist - Chaos ist ohne vorheriger Ordnung wesentlich schwieriger abzubauen.

Oder aber wir akzeptieren, dass wir Zwecks zusätzlicher Nutzen wie zentralem Uplink und öffentlicher IP-Adressen eine Gewisse möglichst unaufdringliche zentrale Organisation brauchen. Auch dafür erscheinen mir kleine Mitgliedsbeiträge mit großzügigen Ausnahmen angebracht.

ad Housing darf keinen Gewinn machen:
Ich sehe die Rechtslage da anders. Solang wir als Verein keinen Gewinn machen, sondern die über Hilfsdienste wie das Housing eingebrachten finanziellen Mittel für den Vereinszweck ausgeben ist aus rechtlicher Sicht mMn. alles in Ordnung.

ad Mitgieder Anzahl:
Mir hat @markit am letzten MoMo gesagt es seine ungefähr 50, ich weiß aber nicht ob er damit nur ordentliche, oder alle Mitglieder gemeint hat. UPDATE: @pocki hat mir gerade ein paar Statistiken aus der Redeemer DB generiert, details siehe Thread zu Mitglieder Verwaltung

ad In welche Richtung soll es eigentlich gehen?:
Also solang sich keine 2/3 Mehrheit in einer Generalversammlung findet die das Ziel auf etwas abändert, dass von den Vereinsbehörden akzeptiert wird, bzw. überhaupt zumindest mal irgendwer einen konkreten Vorschlag unterbreitet was das sein könnte, ist das Ziel aus meiner Sicht klar definiert. Und dieses ist wenig bis kaum kompatibel mit Vergabe von gratis Internet-Anschlüssen an sozial bedürftige. Was natürlich nicht heißen soll, dass es nicht tolleriert oder gut geheißen werden kann wenn einzelne Funkfeuer Aktivisten das vorhandene zum Vereinszweck betriebene Funknetz außerhalb der Vereinstätigkeit auch für solche soziale Zwecke verwenden. (wobei mMn. für diesen Zweck der effektivere & günstiger Weg ein günstiger Datentarif eines “normalen” Providers wäre - aber es soll jedem freistehen wie er seine Freizeit verbringt.)

ad Zweckwidmung von Mitgliedsbeiträgen und Spenden:
Also nach meinem rechtlichen Verständnis sind alle finanziellen Mittel egal aus welcher Quelle ohnehin automatisch dadurch dass sie sich im Vereinsvermögen befinden automatisch an den Vereinszweck zweckgebunden. Man könnte natürlich darüber nachdenken noch eine engere Zweckbindung für einzelne Quellen zu definieren - Ich bin der Idee gegenüber allerdings aufgrund des zusätzlichen administrativen Aufwands in Relation zur Höhe der zu erwartenden Mitteln eher skeptisch eingestellt.

ad Absatz Leitthemen & momentane Knackpunkte by @erich:
+1!

ad Zustimmung von @axel auf Aussage von @erich bzgl. “Bekenntnis” und nicht “Vereinseinkommen”:
Ich werd mal wieder mein Liebingstool dieser Forumsoftware beanspruchen und eine Umfrage formulieren (und wenns euch recht ist mit public=true also sichtbar wer welche Antwort gegeben hat, wenn das jemanden stört bitte auch gern per privater Nachricht an mich begründen, oder wenn’s euch ganz arg im Schuh drückt einfach mit ner Wegwerf-Email registrieren und abstimmen):

  • Mitgliedsbeiträge gehn gar nicht. Dies widerspricht meiner Idiologie eines freien Netzes. Wenn eine Mehrheit welche beschließt, auch wenns nur 1€ jährlich wäre und oder ich durch Ausnahmen als aktives Mitglied davon befreit werde, bin ich weg! Ich finde nicht, dass die zentrale Organisation öffentlicher IP-Adressen und eines gemeinsamen Internet-Uplinks dieser Idiologie wiedersprechen, dieser Teil soll so bleiben. Funkfeuer ist gratis Internet!
  • Mitgliedsbeiträge in einem freien Netz gehn gar nicht. Auch sonst sollte die zentrale Struktur minimiert werden - also auf private IP-Adressen und aufteilung des Uplinks auf freiwilliges NATing einzelner Teilnehmer / Spender.
  • Mitgliedsbeiträge als Mittel zum erreichen eines wahrlich freien Netzes ohne zentraler Organisation fände ich in Ordnung, aber nicht als auf Dauer ausgelegte Ergänzung einer zentralen Organisation
  • Ich finde symbolische Mitgliedsbeiträge von 1€ bis 5€ jährlich pro Mitglied in Ordnung und stimme zu, dass der (größtenteils nicht finanzielle) Nutzen die Risiken bzw. Nachteile übersteigt.
  • Mitgliedsbeiträge für inaktive oder das Netz belastende Mitglieder wären okey, solange aktive den Vereinszweck mit nicht finanziellen Mitteln fördernde Mitglieder von der bezahlung ausgenommen sind.

0 Teilnehmer


#42

die umfrage ist ja lustig. mehrfach antworten wären durchaus praktisch. so ist meine stimme jetzt bei einem der stand punkte die ich verstehen kann und die für mich sinn machen. ich für mich bin auch bereit was zu zahlen.

der punkt mit dem aufwand des eintreibens im verhältnis zum gewinn ist ein wichtiger. der kassier musses uu ausbaden :wink:


#43

Ich finde keine der Formulierungen absolut zutreffend.

Mitgliedsbeiträge sind OK, wenn man sich zum Verein bekennt, und diese finanziellen Mittel dem Verein organisatorische Werkzeuge beschaffen helfen, die ihm erlauben, seine rechtlichen Pflichten, seine statuarischen Aufgaben und die Aufträge, die die Mitgliederversammlung dem Leitungsorgan gibt, besser zu erfüllen.

Symbolische Mitgliedsbeiträge für Mitglieder oder eine lachhaft niedrige „Einschreibgebühr“ für sonstige Teilnehmer würden es ermöglichen, den Datenbestand jährlich aufgrund der Nichtzahlung der Beiträge zu bereinigen. Ein aktueller Datenbestand ist in einem Netz, das nicht ausschliesslich technisch-selbstorganisierend aufgebaut ist, die Basis für den regulären Betrieb. Die Kosten der Einschreibgebühr würden gerade einmal einer etwaigen postalischen Erinnerung (Mahnung) im Einzelfall entsprechen.

IP-Adressen, Uplink, Dienste im Housing sind alles Ressourcen, die gerecht verteilt werden müssen. Eine gerechte Verteilung ist nur durch Organisation oder Selbstregulation möglich. Mitgliedsbeträge helfen, diese zu forcieren: Sie erinnern einerseits daran, die Daten aktuell zu halten und tragen im Fall einer notwendigen (Fremd-)Organisation der Daten zu deren Durchführung bei.

Anmerkung: Warum nicht eine Einschreibgebühr für alle festlegen, die bei jährlicher oder halbjährlicher Bestätigung der Richtigkeit der Daten erstattet wird?


#44

Deswegen hab ich mich als Vorschlagender ja auch freiwillig dafür gemeldet den administrativen Aufwand (im Falle eines Beschlusses meines Modells mitsamt Ausnahmen, damit von möglichst wenigen Beiträge eingetrieben werden müssten) zu übernehmen.


#45

Ich finde bis zu € 5.- monatlich wären verkraftbar wenn alles
funktioniert. Jetzt tut es das zum Beispiel. Es war schon vor 10 Jahre die Rede davon aber nicht ofiziell. Besten Dank an alle die sich dafür bemühen besonders Akku und Christian Bruckner.


#46

Ich habe diesen Thread nur schnell überflogen und möchte gerne ein Modell für Mitgliedsbeiträge ins Rennen werfen, das ich sehr spannend finde, und in der Umfrage oben so nicht inkludiert ist:

Ein mal im Jahr wird ein Budgetvorschlag vorgestellt (Generalversammlung, per e-mail), daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Mitgliedsbeitrag pro Mitglied als Richtwert. Allerdings wird dann von allen Mitgliedern ein freier Geldbetrag nach Selbsteinschätzung eingezahlt bzw zugesagt, soweit möglich anonym(!). In geeigneten Abständen werden alle darüber informiert ob noch Geld fehlt, oder eh genug da ist, ggf mit dem Aufruf noch was nach zu legen.

Ich denke das ist nicht disruptiv und erzeugt trotzdem eine gewisse verbindlichkeit.

Ich kenne dieses Modell von der Solidarischen Landwirtschaft Ochsenherz und habe es selber in der Veganfoodcoop mit-implementiert.


#47

Hallo @martinderm!

Vielen Dank für deinen Diskussionsbeitrag! Die Umfrage war nur ein Versuch meinerseits aus den davor geposteten Beiträge ein möglichst breit gefächertes Spektrum an Standpunkten zu extrahieren und damit eine Möglichkeit zu bieten seine Meinung zu äußern, ohne sich den Aufwand zu machen, einen eigenen Post zu verfassen.
Diese hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder auch nur darauf die davor geäußerten Standpunkte für den jeweiligen Verfasser treffend zu sein. Die Umfrage soll auch auf keinen Fall von der Ausformulierung des eigenen Standpunkts abhalten.

Deinen vorgebrachten Vorschlag sehe ich eher kritisch:

  1. Mir geht es bei der Einführung von Mitgliedsbeiträgen primär nicht um die Lukrierung von finanziellen Mitteln für den Verein, sondern zunächst einmal darum die Organisation und Mitgliederlisten auf Vordermann zu bringen sowie darum aktive Mitglieder durch Befreiung von den Mitgliedsbeiträgen zu motivieren.
  2. Soweit ich informiert bin, hat der Verein ausreichend Mittel um die derzeitigen Aktivitäten zu finanzieren.
  3. Einen Budget zu erstellen und dieses dann mit freiwilligen Spenden zu finanzieren kommt mir sehr unsicher vor.

@taurus : Auch an dich ein Dankeschön für deinen Beitrag. Wobei dein Beisatz "wenn alles funktioniert" auf mich ein wenig wie Kunden-Mentalität wirkt, was ich nicht gutheiße. Es kommt natürlich darauf an was du mit "alles" meinst. Dass die Organisation des Vereins (besser) funktionieren soll, wenn man schon Mitgliedsbeiträge zahlt, kann ich unterstützen.

Falls du allerdings das Funknetz damit meinst: Darauf kann kein Anspruch bestehen, da dieses ja von Freiwilligen betrieben wird, die zum Teil nicht einmal Mitglieder des Vereins sind. Der Verein plant und koordiniert das Funknetz als Mittel zur Erreichung seiner Ziele, aber wie stabil dieses für jeden einzelnen funktioniert hängt primär von der Anzahl und Wahl seiner Funknachbarn ab.

LG, Thomas


#48

Zu 1. und 2.: Stimmt, wenns eh nicht ums Geld geht, dann ist das nicht so relevant.
Aber warum dann nicht einfach die Mitglieder intern nach jenen sie Services nutzen (Knoten, housing, etc) und jenen die das nicht tun segmentieren?
Das hätte doch einen ähnlichen Effekt ohne irgendwelche Störungen zu verursachen
Nachtrag: Ich glaube nicht, dass eine Befreiung vom Mitgliedsbeitrag eine gute Motivation ist.

Zu 3., das ist eben das Experiment, das man besonders leicht dann wagen kann, wenn eh nicht viel Geld von Nöten ist. Sicher, ein Wagnis, aber ein interessantes. Aber diese Diskussion würde ich bei Interesse in einen eigenen Thread auslagern.

Ich selber bin mal mitglied geworden, weil an alle Adressen in der Datenbank ein Mail gesendet wurde, in dem aufgerufen wurde, doch einfach Mitglied zu werden. Habe so schnell positiv geantwortet, dass ich sogar ein sehr tolles Leiberl bekommen habe.(19.3.2014 “Mitgliederaktualisierung 2014” für die Historiker*innen;)
Das war damals vermutlich ein Ergebnis einer ähnlichen Diskussion.


#49

Die Verwaltung von Vereinsmitgliedern & Funknetzteilnehmern ist (soweit mir bekannt) komplett getrennt von der Verwaltung der Housing-Kunden.

Es gab (wie von dir erwähnt) von @josef.semler vor einigen Jahren einmal den Versuch alle Funknetzteilnehmer (die mit den IP-Adressen ja ein Service des Vereins in Anspruch nehmen) als außerordentliche Mitglieder in den Verein aufzunehmen. Nachdem Joe sein Engagement für den Verein reduziert hat, wurde dies jedoch (imho leider) aufgegeben und neue Funknetzteilnehmer bzw. Interessen werden wieder ohne Ausfüllung eines Mitgliedsantrags im Redeemer angelegt. Derzeit halten wir bei 237 Mitgliedern (75 davon mit aktiven Funknetzknoten) und 732 Usern die keine Vereinsmitglieder sind (64 davon haben aktive Knoten)

Ich würde gerne:

  1. Die vereinsfremden Funknetzteilnehmer & Interessenten mit Redeemer-User bitten Vereinsmitglieder zu werden, sofern sie noch Interesse an Funkfeuer haben. Ich würde dazu über 2 Jahre verteilt ca. 5 Mails an alle bis dahin noch nicht beigetretenen oder auf eigenen Wunsch hin gelöschten User senden und am Schluss alle die nach 2 Jahren keine Rückmeldung gegeben haben aus der Datenbank entfernen.
  2. Für Mitglieder die schon mehr als 2 Jahre nicht (nachvollziehbar) am Vereinsgeschehen teilgenommen haben minimale Mitgliedsgebühren einführen. Anfänglich mit sehr großzügigen Kriterien die jeden der irgendwie am Funknetz oder den Kommunikationsmedien des Vereins teilnimmt befreit. Sofern das gut funktioniert und positive Effekte erkennbar sind, kann man später die Kriterien strenger machen (z.B. mindestens X Beiträge pro Zeiteinheit oder mindestens X Links zu Fremdknoten) und oder die Beiträge erhöhen.

Ich erhoffe mir daraus eine verbesserte Organisation des Vereins, eine Bereinigung der Teilnehmer / Mitglieder Listen, und die Klarstellung, dass von Vereinsmitgliedern auch erwartet wird sich am Vereinsgeschehen zu beteiligen.


#50

Ich habe mit alles natürlich nur den Internetzugang gemeint, denn wenn man gar nicht online kommt dann hat ja die Sache keinen Sinn (housing brauch ich nicht). Entschuldigung für die missverständliche Ausdrucksweise.


#51

Danke für die Erklärung deiner Aussage. Der Internetzugang jedes Einzelnen besteht einerseits

  1. aus dem durch den Verein Funkfeuer organisierten Uplink und andererseits
  2. aus dem Weg über Nachbarn und Nachbars-Nachbarn im Funknetz zu diesem Uplink.

Beim 1. Punkt kann der Verein versuchen die uptime möglichst hoch zu halten, beim 2. Punkt lediglich den jeweiligen Knotenbetreibern mit Rat zur Seite stehen. Aber es steht dennoch jedem Einzelnen frei seine Knoten jederzeit abzudrehen oder umzubauen, somit ist eine gesicherte Internetverbindung insgesamt kaum möglich.

Wobei jeder Einzelne durch Verbindung zu möglichst vielen unterschiedlichen Nachbarn seine Chancen auf eine ununterbrochene Verbindung erhöhen kann.


#52

Ich tu mir ehrlich gesagt sehr schwer bei dieser Abstimmung…
Es gibt für mich Punkte die für einen MB sprechen

  • eine Sache ist meistens nur was Wert, wenn es etwas kostet…(zb)

Als klares Kontra sehe ich für mich, dass ein MB eine Hürde für potentielle Newbies ist bzw. wenn schon mal
eingeführt, was passiert in ein paar Jahren, wenn wieder mal der Vorstand wechselt, wird diese Einhebung
dann Ausgebaut (erhöht)?..

Just my 2 cents


#53

Hallo @Phonneo,
danke für deinen Diskussionsbeitrag!

Die Hürde für Newbies sehe ich auch als Problem. Ich hätte um die abschreckende Wirkung auf neue und aktive Mitglieder zu verhindern vorgeschlagen einige Ausnahmeregelungen zu definieren. Darunter:

  • Befreiung von Mitgliedern im ersten Jahr ihrer Mitgliedschaft
  • Befreiung von aktiven Mitgliedern (Beteiligung im Forum, Mailinglisten oder Betreiber von aktiven Knoten).

Bezüglich der Sorge, dass ein späterer Vorstand die davor eingeführten Mitgliedsbeiträge ohne Zustimmung der Community ausbauen / erhöhen könnte:
Der Vorstand hat auch jetzt schon die Macht dies zu tun. Mitgliedsbeiträge sind in unseren Statuten schon seit vielen Jahren (weiß nicht, ob seit Anfang an, jedenfalls seit dem ich mich mit dem Thema Statuten beschäftige) verankert, und können durch Erlass einer Geschäftsordnung durch den Vorstand in beliebiger Höhe definiert und anschließend eingehoben werden.